Teilnehmer.:

Gael Amzalag
Stefan Blagusz
Samuel Grillusz
Heinz Fabsics
Shiho Fukuhara
Sebastian Karonitsch
Thomas Karonitsch
Claudia Kuzmits
Hiromitsu Murakami
Shinko Okuhura
Barbara Riedl
Doris Schamp
Romana Schlaffer
Ulli Schlaffer
Gerald Schneeberger
Willi Spuller
Ajtony Csaba Szakacs
Georg Tremmel
Yukihiro Tsujita
Twenteenth Century
Judith Varga
Aaron Wegscheidler
Elisabeth Werkovits

Über die Grenze

oder: Der Onkel aus Wien und sein Neffe


Ausgangspunkt

Ein Stück, das ein sehr begrenztes Ausgangsvokabular besitzt: Das Wort Grenze, ihre Übertretung, ihre Enge, ihre Menschen, ihre Funktionen, das ist alles worum dieses Stück kreist.

Handlung


Ein böser Onkel kommt in eine Kleinstadt im Burgenland, um dort die Heirat zwischen seiner Nichte Helene und einem Ungarn, Laszlo, zu verhindern. Dabei bedient er sich einerseits auf erpresserische Art seines Neffen, der wegen seiner dunklen Vergangenheit, um die der Onkel weiss, sich für seine intriganten Pläne verwenden lässt. Andererseits benützt er auch den um seine Gemeinde besorgten Bürgermeister, der in der Grenzöffnung nach einer naiven Euphorie darin nichts mehr anderes sieht, als die Zerstörung alter Strukturen, nach denen er, als konservativer Mensch in einem Proporzsystem, regieren gelernt hat. Von Anfang an ist die Intrige lächerlich, dilettantisch in jeder Stufe ihrer Durchführung. Der Höhepunkt, der Triumph des Onkels, soll an jene bösen Figuren aus der Comic-Literatur erinnern, die gerade dann ihrem Fall Verzweifelt nahe stehen, wenn sie möglichst die ganze Welt ursupiert zu haben vermeinen. Der unvermeidliche Triumph des Guten, realisiert in einem Hochzeitsfest, ist absolut, hier kommen auch beliebige Menschen der Kleinstadt zu Wort, die ihren Unmut, ihre Vermutungen, kurz den ganzen Tratsch über die vorangegangenen Geschehnisse und die Hauptfiguren anbringen. Als der Onkel in einem Lied als der wahre Bösewicht entlarvt wird und voller Verachtung vor der Unmenschlichkeit des Guten sich zurückzieht, richtet sich nun auch die Meinung des Volkes mit allem Grant gegen ihn. Rückkehr verheissend geht er ab, nicht ohne alle anderen Hauptfiguren (ausser den Bürgermeister, der als Zeremonienmeister eisern die Feststimmung bewahrt) so beleidigt zu haben, dass sie samt und sonders den Festsaal verlassen haben. Für das sich verflüchtende Publikum hält der Bürgermeister seine Festrede, womit das Stück endet.

Schauspieler


Onkel: Franz Huetter
Felix: Sebastian Kovacic
Bürgermeister: Ottwald John
Helene: Katharina Kirsch
Mutter: Helga Leitner
Vater: Thomas Meyer
Laszlo: David Sokol
Verkäufer1: Willi Spuller
Verkäufer2: David Arroyabe


Musiker


David Arroyabe: Violine
Martin Fluch: Klarinette
Janko Hanushevsky: Bass
Jürgen Krausler: Schlagwerk
Willi Spuller: Synthesizer, Gesang, Komposition
Eduard Würzburger: Viola, Gesang

Der Autor


Richard Kisling, 23 jahre alt, studiert Germanistik an der Universität Wien. In eigener Sache hat er sich neben Erzählungen in den letzten Jahren vor allem um das Drama bemüht.
Richard Kisling zu diesem Projekt:
"Was mich interessiert, sind die Ergebnisse einer solchen Grenzöffnung, wie sie im Jahr 1989 zwischen Österreich und Ungarn der Fall war. Eine Öffnung, die ja auch unterschiedliche Mögichkeiten bietet, und als deutliche historische und gesellschaftliche Zäsur, Lebensgewohnheiten, die Einrichten, die man sich in den letzen Jahren zurechtgelegt hat, wieder einmal verzerrt, solange, bis sich auch da wieder eine Weltordung ergeben hat und die Verzerrungen in erstaunlich kurzer Zeit aussehen, als wäre nie etwas anderes gewesen."

Der Komponist


Willi Spuller wuchs in Wiesen auf. Er studiert Komposition an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Als Komponist setzt er sich auch mit der Musik der einzelnen Volksgruppen seines Heimatlandes Burgenland auseinander.

Willi Spuller:
"Das Faszinierende im Burgenland ist, dass hier vier Volksgruppen, die Deutsche, die Kroatische, die Ungarische, die Roma, neben- und miteinander leben. Jede dieser Gruppen hat ihre charakteristischen Bräuche, ihre Musik und ihre Kultur bis heute bewahrt. In der Bühnenmusik verarbeite ich bewusst Weisen verschiedener Volksgruppen und ich versuchte, in ihrer Verschiedenheit doch eine Einheit zu finden, ohne jedoch die Eigenheiten aus den Augen zu verlieren."

Vorwort von Manfred Leirer
Vernissage
Theater
Katalog
Einladungen
Plakate
Sponsoren